Grundlagen

Was sind Liposomen? Aufbau, Verdauung und was Studien zeigen

Liposomen sind winzige Bläschen, deren Hülle unseren Zellmembranen ähnelt. Hier lesen Sie, wie sie aufgebaut sind, was bei der Verdauung mit ihnen geschieht und was Studien bisher zeigen.

4 Min. Lesezeit6 Quellen
Aufbau eines Liposoms: Wirkstoff im Inneren, umgeben von einer doppelten Hülle aus Phospholipiden
In diesem Artikel
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. So ist ein Liposom aufgebaut
  3. Warum die Hülle Zellmembranen ähnelt
  4. Was im Magen und Darm passiert
  5. Was Studien zur Aufnahme ins Blut zeigen
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Liposomen sind winzige Bläschen mit einer Hülle aus Phospholipiden. Wasserlösliche Stoffe tragen sie im Kern, fettlösliche in der Hülle.
  • Die Hülle ist ähnlich aufgebaut wie die Membranen unserer Körperzellen.
  • Im Verdauungstrakt wird ein Teil der Liposomen aufgelöst, ein anderer Teil erreicht den Darm. Wie die Aufnahme dort genau abläuft, ist noch nicht abschließend geklärt.
  • Bei Vitamin C lagen die Werte im Blut in fast allen Vergleichsstudien mit der liposomalen Form höher.

So ist ein Liposom aufgebaut

Ein Liposom ist ein kugelförmiges Bläschen, viel zu klein, um es mit bloßem Auge zu sehen. Seine Hülle besteht aus einer oder mehreren Doppelschichten aus Phospholipiden.1 Das sind fettähnliche Bausteine mit zwei verschiedenen Enden: Das eine mag Wasser, das andere meidet es.

In der Doppelschicht zeigen die wasserliebenden Enden nach außen und nach innen. Dazwischen liegt eine dünne, fettige Zone. So entstehen zwei Plätze für Nährstoffe: Wasserlösliche Stoffe wie Vitamin C sitzen im wässrigen Kern, fettlösliche wie Coenzym Q10 lagern sich in der Hülle ein.1

Warum die Hülle Zellmembranen ähnelt

Auch jede Zelle unseres Körpers ist von einer Membran umgeben. Ihr Grundgerüst ist ebenfalls eine Doppelschicht aus Phospholipiden. Liposomen bestehen also aus der gleichen Stoffgruppe, in einer ähnlichen Anordnung. Die Fachliteratur vergleicht ihre Hülle deshalb mit natürlichen Zellmembranen.2,3

Diese Ähnlichkeit hat eine Kehrseite: Liposomen sind empfindlich.3 Das zeigt sich vor allem auf dem Weg durch den Verdauungstrakt.

Was im Magen und Darm passiert

Nach dem Schlucken treffen Liposomen auf Magensäure, Gallensalze und Verdauungsenzyme. Ein Teil von ihnen wird dabei aufgelöst, ein anderer Teil erreicht den Darm.2 Wie stabil Liposomen auf diesem Weg bleiben, gilt in der Forschung als wichtige Hürde.4

Die Forschung beschreibt mehrere Wege, auf denen Liposomen die Aufnahme unterstützen können. Ihre Hülle kann den Inhalt unterwegs schützen und engen Kontakt mit der Darmschleimhaut herstellen. Ein Teil kann außerdem über das Lymphsystem aufgenommen werden.4

Eine Einschränkung gehört ehrlicherweise dazu: Wie die Aufnahme im Darm genau abläuft, ist noch nicht abschließend geklärt.2 Es fehlen auch Studien am Menschen, die das Verhalten von Liposomen im Verdauungstrakt direkt beobachten.3 Gut messen lässt sich dagegen das Ergebnis: wie viel eines Stoffes im Blut ankommt.

Was Studien zur Aufnahme ins Blut zeigen

Eine Übersichtsarbeit von 2025 hat zehn Studien am Menschen ausgewertet, die liposomales mit herkömmlichem Vitamin C verglichen haben. In neun davon lagen die Vitamin-C-Werte im Blut mit der liposomalen Form höher.5 Die Studien unterschieden sich allerdings stark in Rezeptur und Dosis.5

Ein Beispiel ist eine Studie von Purpura und Kollegen mit 27 gesunden Erwachsenen.6 Verglichen wurden jeweils 500 mg Vitamin C in liposomaler und in herkömmlicher Form. Der Spitzenwert im Blutplasma lag mit der liposomalen Form um 27 % höher, und auch in den weißen Blutkörperchen fand sich mehr Vitamin C.6 Die Gruppe war klein, und die Studie wurde von einem Hersteller finanziert.

Alle genannten Studien wurden mit liposomalen Rezepturen verschiedener Hersteller durchgeführt. Ihre Ergebnisse beschreiben deshalb liposomale Formen im Allgemeinen.

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Vergleichsstudien fanden mit liposomalem Vitamin C höhere Werte im Blut.5

27 %

höher lag der Spitzenwert im Blutplasma mit liposomalem Vitamin C, bei gleicher Menge von 500 mg.6

Gut zu wissen Liposomal ist nicht dasselbe wie hochdosiert. Der Begriff beschreibt die Verpackung eines Nährstoffs, nicht seine Menge. In der Studie von Purpura enthielten beide Formen gleich viel Vitamin C, verglichen wurde nur die Form.6 Wie viel ein Präparat pro Tagesportion enthält, lesen Sie auf dem Etikett.

Häufige Fragen

Was genau messen die Studien zu liposomalem Vitamin C?

Sie messen, wie viel Vitamin C nach der Einnahme im Blutplasma ankommt, in manchen Studien auch in den weißen Blutkörperchen. So lässt sich vergleichen, wie gut verschiedene Formen aufgenommen werden.

Zeigt sich der Unterschied nur kurz nach der Einnahme?

Nicht nur. In der Studie von Purpura und Kollegen lag die Menge an Vitamin C im Blutplasma auch über 24 Stunden betrachtet mit der liposomalen Form insgesamt um 21 % höher.6

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Quellen

  1. Akbarzadeh A, Rezaei-Sadabady R, Davaran S, et al. (2013). Liposome: classification, preparation, and applications. Nanoscale Research Letters 8:102. DOI
  2. He H, Lu Y, Qi J, Zhu Q, Chen Z, Wu W (2019). Adapting liposomes for oral drug delivery. Acta Pharmaceutica Sinica B 9(1):36-48. DOI
  3. Rudzińska M, Grygier A, Knight G, Kmiecik D (2024). Liposomes as Carriers of Bioactive Compounds in Human Nutrition. Foods 13(12):1814. DOI
  4. Daeihamed M, Dadashzadeh S, Haeri A, Akhlaghi MF (2017). Potential of Liposomes for Enhancement of Oral Drug Absorption. Current Drug Delivery 14(2):289-303. DOI
  5. Carr AC (2025). Do Liposomal Vitamin C Formulations Have Improved Bioavailability? A Scoping Review Identifying Future Research Directions. Basic & Clinical Pharmacology & Toxicology 137(1):e70067. DOI
  6. Purpura M, Jäger R, Godavarthi A, Bhaskarachar D, Tinsley GM (2024). Liposomal delivery enhances absorption of vitamin C into plasma and leukocytes: a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. European Journal of Nutrition 63(8):3037-3046. DOI

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Geschrieben von
Melinava Redaktion
Unsere Redaktion schreibt über Liposomen, Nährstoffe und Studien.

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