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Glutathion: Liposomal, reduziert oder S-Acetyl?

Reduziert, liposomal, S-Acetyl: Bei Glutathion begegnen Ihnen drei Begriffe. Wir erklären, was dahintersteckt und was Studien jeweils gemessen haben.

5 Min. Lesezeit6 Quellen
Glutathion liposomal oder reduziert: Pulver, Kapsel und Liposom nebeneinander
In diesem Artikel
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist reduziertes Glutathion?
  3. Kommt Glutathion zum Einnehmen im Blut an?
  4. Was ist liposomales Glutathion?
  5. Was ist S-Acetyl-Glutathion?
  6. Welche Form passt zu Ihnen?
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Glutathion liposomal oder reduziert? Das ist kein Entweder-oder: „Reduziert“ beschreibt die Form des Moleküls, „liposomal“ die Verpackung. Ein liposomales Präparat kann reduziertes Glutathion enthalten.
  • Eine einzelne hohe Menge Glutathion hob die Werte im Blut in einer älteren Studie nicht nennenswert an.1 Bei täglicher Einnahme über sechs Monate stiegen sie dagegen.2
  • In einer kleinen Studie mit liposomalem Glutathion lagen die Werte im Vollblut nach zwei Wochen bis zu 40 % über dem Ausgangswert.3
  • S-Acetyl-Glutathion ist ein chemisch abgewandeltes Glutathion, das im Körper offenbar rasch umgewandelt wird.4

Was ist reduziertes Glutathion?

Glutathion ist ein kleines Molekül aus drei Aminosäuren: Glutaminsäure, Cystein und Glycin. Der Körper bildet es selbst, und zwar in seinen Zellen.5 Dort kommt es in zwei Formen vor, reduziert und oxidiert. Mehr über den Stoff lesen Sie im Beitrag Glutathion einfach erklärt.

Reduziertes Glutathion, kurz GSH, ist die Form, die im Stoffwechsel der Zelle arbeitet. Es reagiert mit reaktionsfreudigen Sauerstoffverbindungen und wird dabei selbst zur oxidierten Form.5 In Studien wird deshalb oft auch gemessen, wie viel Glutathion in welcher der beiden Formen vorliegt.2 Steht auf einem Präparat „reduziertes Glutathion“, ist die Form gemeint, die der Körper selbst verwendet.

Kommt Glutathion zum Einnehmen im Blut an?

Die Antwort hängt davon ab, wie lange man hinschaut. In einer Studie aus dem Jahr 1992 nahmen sieben gesunde Erwachsene einmalig rund 3 g Glutathion ein. In den folgenden viereinhalb Stunden stieg der Glutathionwert im Blutplasma nicht nennenswert an. Die Forscher führten das darauf zurück, dass Enzyme in Darm und Leber Glutathion abbauen.1

Eine Studie aus dem Jahr 2015 untersuchte dagegen die tägliche Einnahme über sechs Monate. Dafür erhielten 54 Erwachsene 250 oder 1000 mg Glutathion am Tag oder ein Placebo. Mit der höheren Menge lagen die Werte nach sechs Monaten in roten Blutkörperchen, Blutplasma und Lymphozyten um 30 bis 35 % höher als zu Beginn.2 Einen Monat nach dem Absetzen waren sie wieder beim Ausgangswert.2

Mehr zu diesen Studien lesen Sie im Beitrag Glutathion zum Einnehmen: Was Studien zur Aufnahme untersuchen.

Was ist liposomales Glutathion?

Bei liposomalem Glutathion ist das Glutathion in Liposomen eingeschlossen, winzigen Bläschen aus Phospholipiden. Solche Hüllen können ihren Inhalt auf dem Weg durch den Verdauungstrakt schützen.6 Bei einem Stoff, den Enzyme in Darm und Leber abbauen, liegt dieser Ansatz nahe.1

In einer Pilotstudie nahmen 12 gesunde Erwachsene einen Monat lang täglich 500 oder 1000 mg liposomales Glutathion ein. Die Werte stiegen schon nach einer Woche. Nach zwei Wochen lagen sie im Vollblut bis zu 40 % über dem Ausgangswert, in den roten Blutkörperchen bis zu 25 % und im Blutplasma bis zu 28 %.3 Der Anteil der oxidierten Form im Verhältnis zur reduzierten sank um 20 %.3

Die Studie war klein.3 Mit der Studie über sechs Monate lässt sie sich zudem nicht direkt vergleichen, weil Dauer, Mengen und Teilnehmer verschieden waren.

Was ist S-Acetyl-Glutathion?

S-Acetyl-Glutathion ist Glutathion, an dessen Schwefelatom eine Acetylgruppe hängt. Das „S“ im Namen steht für Schwefel. Das veränderte Molekül soll im Blut stabiler sein und erst in den Zellen zu Glutathion werden.4

In einer Studie erhielten 18 gesunde Erwachsene einmal S-Acetyl-Glutathion und einmal herkömmliches Glutathion. Nach S-Acetyl-Glutathion lagen der Spitzenwert und die Fläche unter der Kurve für Glutathion im Blutplasma höher. S-Acetyl-Glutathion selbst war im Blut nicht nachweisbar, es wird also offenbar rasch umgewandelt. Untersucht wurde allerdings nur eine einzelne Gabe.4

Welche Form passt zu Ihnen?

Liposomal und reduziert schließen sich nicht aus: Ein liposomales Präparat kann reduziertes Glutathion enthalten, dann ist es beides zugleich. Die hier beschriebenen Studien haben die Formen auf verschiedene Weise untersucht, alle drei miteinander verglichen hat keine von ihnen.

  • Regelmäßigkeit: In der Studie über sechs Monate fielen die Werte nach dem Absetzen innerhalb eines Monats auf den Ausgangswert zurück.2 Für dauerhaft höhere Werte kommt es also auf die regelmäßige Einnahme an.
  • Darreichung: Liposomales Glutathion gibt es als Flüssigkeit und in Kapseln, Glutathion ohne Liposomen auch als Kapsel oder Pulver.
  • Zeitpunkt: Zur passenden Tageszeit lesen Sie mehr im Beitrag Glutathion und der richtige Zeitpunkt.

Wenn Sie schwanger sind, stillen oder Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht.

Wenn Sie sich für die liposomale Form entscheiden, finden Sie bei Melinava Liposomales Glutathion. Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen.

Häufige Fragen

Was ist reduziertes Glutathion?

Reduziertes Glutathion (GSH) ist die Form, die der Körper in seinen Zellen bildet und nutzt. Reagiert es mit reaktionsfreudigen Sauerstoffverbindungen, entsteht die oxidierte Form.5

Wann nimmt man S-Acetyl-Glutathion ein?

Eine feste Regel gibt es nicht. Die Studie zu S-Acetyl-Glutathion hat eine einzelne Gabe untersucht, keine verschiedenen Uhrzeiten.4 Halten Sie sich an die Angaben auf der Packung und nehmen Sie es regelmäßig ein.

Welches Glutathion ist das richtige?

Eine Rangliste lässt sich aus den Studien nicht ableiten, denn sie unterscheiden sich in Dauer, Menge und Aufbau. Für reduziertes und für liposomales Glutathion lagen die Werte im Blut bei täglicher Einnahme höher als zu Beginn.2,3 Wählen Sie eine Form, die Sie gut regelmäßig einnehmen können.

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Quellen

  1. Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH (1992). The systemic availability of oral glutathione. European Journal of Clinical Pharmacology 43(6):667-669. DOI
  2. Richie JP Jr, Nichenametla S, Neidig W, et al. (2015). Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. European Journal of Nutrition 54(2):251-263. DOI
  3. Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, et al. (2018). Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. European Journal of Clinical Nutrition 72(1):105-111. DOI
  4. Fanelli S, Francioso A, Cavallaro RA, et al. (2018). Oral Administration of S-acetyl-glutathione: Impact on the Levels of Glutathione in Plasma and in Erythrocytes of Healthy Volunteers. International Journal of Clinical Nutrition & Dietetics 4(2):134. DOI
  5. Forman HJ, Zhang H, Rinna A (2009). Glutathione: overview of its protective roles, measurement, and biosynthesis. Molecular Aspects of Medicine 30(1-2):1-12. DOI
  6. Daeihamed M, Dadashzadeh S, Haeri A, Akhlaghi MF (2017). Potential of Liposomes for Enhancement of Oral Drug Absorption. Current Drug Delivery 14(2):289-303. DOI

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Geschrieben von
Melinava Redaktion
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