In diesem Artikel
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist Glutathion, und warum ist die Aufnahme eine Frage?
- Was zeigte die Studie mit einer einzelnen Dosis?
- Was passierte bei täglicher Einnahme über sechs Monate?
- Was ist über liposomales Glutathion bekannt?
- Und S-Acetyl-Glutathion?
- Wie belastbar ist die Studienlage?
- Häufige Fragen
- Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- Glutathion-Studien zeigen ein gemischtes Bild: In einer frühen Studie stieg der Wert im Blut nach einer einzelnen hohen Dosis nicht nennenswert an, bei täglicher Einnahme über Monate dagegen schon.1,2
- In einer Studie mit 54 Erwachsenen lagen die Glutathionwerte in roten Blutkörperchen, Plasma und Lymphozyten nach sechs Monaten mit täglich 1.000 mg um 30 bis 35 % höher als zu Beginn.2
- Zu liposomalem Glutathion fanden zwei kleine Studien mit je 12 Teilnehmern höhere Blutwerte, einmal im Vergleich zum Ausgangswert, einmal im Vergleich zu herkömmlichem Glutathion.3,4
- Für Glutathion gibt es keine zugelassene Gesundheitsaussage. Die Studien messen Werte im Blut, nicht das Befinden.
Was ist Glutathion, und warum ist die Aufnahme eine Frage?
Glutathion ist ein kleines Molekül, das der Körper selbst bildet, und gilt als das häufigste körpereigene Antioxidans.2 Es besteht aus drei Bausteinen: Cystein, Glutaminsäure und Glycin.5 Mehr zum Stoff selbst lesen Sie im Beitrag Glutathion einfach erklärt.
Beim Einnehmen stellt sich eine Frage: Kommt Glutathion unverändert im Blut an? Enzyme in Darm und Leber können es in seine Bausteine zerlegen.1 Studien haben diese Frage über die Jahre unterschiedlich beantwortet.
Was zeigte die Studie mit einer einzelnen Dosis?
In einer Studie aus dem Jahr 1992 bekamen sieben gesunde Freiwillige eine einzelne Dosis Glutathion, etwa 3 g.1 In den folgenden 270 Minuten stieg der Glutathionwert im Blutplasma nicht nennenswert an, ebenso wenig die Werte von Cystein und Glutamat.1
Die Autoren schlossen daraus, dass aus einer einzelnen Dosis kaum Glutathion ins Blut übergeht.1 Die Studie war allerdings sehr klein und lief nur über wenige Stunden. Zur täglichen Einnahme über Wochen sagt sie nichts.
Was passierte bei täglicher Einnahme über sechs Monate?
Eine Studie aus dem Jahr 2015 ging dieser Frage nach. In der randomisierten, doppelblinden Studie nahmen 54 nicht rauchende Erwachsene sechs Monate lang täglich 250 mg oder 1.000 mg Glutathion oder ein Placebo.2 Gemessen wurde Glutathion im Blut, in roten Blutkörperchen, im Plasma, in Lymphozyten (einer Gruppe der weißen Blutkörperchen) und in Zellen der Mundschleimhaut.2
Schon nach einem Monat lagen die Werte im Blut in beiden Dosisgruppen höher als zu Beginn. Nach sechs Monaten waren sie in der Gruppe mit 1.000 mg in roten Blutkörperchen, Plasma und Lymphozyten um 30 bis 35 % gestiegen, in den Zellen der Mundschleimhaut um 260 %.2 Mit 250 mg stiegen die Werte im Blut um 17 % und in den roten Blutkörperchen um 29 %.2
Einen Monat nach dem Absetzen lagen die Werte wieder auf dem Ausgangsniveau, und meist hingen die Anstiege von Dosis und Dauer ab.2 Der Vergleich mit der Studie von 1992 zeigt: Eine einzelne Dosis und eine Einnahme über Monate sind zwei verschiedene Fragen.
Was ist über liposomales Glutathion bekannt?
In einer kleinen Pilotstudie aus dem Jahr 2018 nahmen 12 gesunde Erwachsene einen Monat lang täglich 500 mg oder 1.000 mg liposomales Glutathion.3 Schon nach einer Woche lagen die Werte höher als zu Beginn. Nach zwei Wochen waren die Anstiege am höchsten: 40 % im Vollblut, 28 % im Plasma und 100 % in bestimmten weißen Blutkörperchen.3
Eine Placebogruppe gab es in dieser Studie nicht, und zwischen den beiden Dosen zeigte sich kein Unterschied. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Gruppe für solche Vergleiche zu klein war.3 Mitfinanziert hat die Studie ein Anbieter liposomalen Glutathions, der auch das Präparat stellte.3
Eine Studie aus dem Jahr 2026 verglich eine einzelne Dosis von 1 g liposomalem mit 1 g herkömmlichem Glutathion, mit je sechs Teilnehmern pro Gruppe. Gemessen wurde 24 Stunden lang, und mit der liposomalen Form lag der Spitzenwert im Plasma etwa sechsmal so hoch.4 Die Studie war offen, also ohne Verblindung, und alle Autoren arbeiten für dasselbe Unternehmen.4
Und S-Acetyl-Glutathion?
S-Acetyl-Glutathion ist eine chemisch hergestellte Form, bei der an das Glutathion eine Acetylgruppe gebunden ist.5 Die EFSA hat diese Form im Jahr 2026 als neuartiges Lebensmittel bewertet. Sie hält sie für Erwachsene bis 300 mg am Tag für sicher, ausgenommen Schwangere und Stillende.5
Eine veröffentlichte Studie, die die Aufnahme von S-Acetyl-Glutathion beim Menschen misst, haben wir in PubMed nicht gefunden. Für ihre Sicherheitsbewertung zog die EFSA unter anderem Daten aus Studien mit oral eingenommenem Glutathion heran.5 Wie sich die Formen im Alltag unterscheiden, lesen Sie im Beitrag Glutathion: Liposomal, reduziert oder S-Acetyl?
Wie belastbar ist die Studienlage?
Insgesamt hat sich das Bild seit 1992 verschoben: Die frühe Einzeldosis-Studie fand keinen nennenswerten Anstieg, die Studie mit täglicher Einnahme über sechs Monate dagegen schon.1,2 Für liposomale Formen gibt es erste, kleine Studien mit höheren Blutwerten.3,4 Bei Melinava gibt es liposomales Glutathion. Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen.
Häufige Fragen
Kann man Glutathion oral einnehmen?
Ja. In einer Studie stiegen die Werte im Blut bei täglicher Einnahme über Monate, in einer älteren Studie mit einer einzelnen Dosis dagegen nicht nennenswert.1,2 Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht.
Welche Form von Glutathion kommt am ehesten im Blut an?
Große Vergleichsstudien zwischen den Formen haben wir nicht gefunden. In einer kleinen, offenen Studie lag der Spitzenwert mit einer liposomalen Form etwa sechsmal so hoch wie mit herkömmlichem Glutathion.4 Mehr zum Zeitpunkt der Einnahme lesen Sie im Beitrag Glutathion: Wann einnehmen?
Gibt es Studien zu S-Acetyl-Glutathion?
Die EFSA hat die Sicherheit dieser Form bewertet und hält bis 300 mg am Tag für Erwachsene für sicher.5 Eine veröffentlichte Aufnahmestudie am Menschen haben wir nicht gefunden.
Liposomales Gluthation
In europäischer Pharmaqualität hergestellt.
Quellen
- Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH (1992). The systemic availability of oral glutathione. European Journal of Clinical Pharmacology 43(6):667-669. DOI
- Richie JP Jr, Nichenametla S, Neidig W, et al. (2015). Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. European Journal of Nutrition 54(2):251-263. DOI
- Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, et al. (2018). Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. European Journal of Clinical Nutrition 72(1):105-111. DOI
- Prasad KN, Chandrashekar C, Karthik Y, Vasantha GG, Phadnis S (2026). Liposomal glutathione outperforms plain glutathione in uptake, cell regeneration and systemic availability: evidence from cellular and human models. British Journal of Nutrition 135(9):956-963. DOI
- EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), Turck D, Bohn T, et al. (2026). Safety of S-acetyl glutathione as an novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. EFSA Journal 24(9):e10258. DOI
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.



