In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze
- Inositol, was ist das? Ein ringförmiges Molekül, das Ihr Körper selbst bildet und das Sie zusätzlich mit dem Essen aufnehmen. Fachleute zählen es zu den vitaminähnlichen Stoffen.
- Es gibt neun Formen, darunter Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol, die beide im Körper vorkommen.
- Viel Myo-Inositol steckt in Obst, Bohnen, Getreide und Nüssen.
- Für Inositol gibt es in der EU keine zugelassene Gesundheitsaussage. Viele Studien arbeiteten mit Mengen, die weit über der Ernährung liegen.
Was ist Inositol?
Inositol ist ein ringförmiges Molekül aus sechs Kohlenstoffatomen.1 Je nachdem, wie seine Seitengruppen am Ring ausgerichtet sind, gibt es neun verschiedene Formen, darunter Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol.1 In diesem Beitrag geht es vor allem um Myo-Inositol.
Entdeckt wurde der Stoff schon 1850: Der Arzt und Chemiker Johann Joseph Scherer gewann ihn aus Muskelgewebe.1 Der Name geht unter anderem auf ein griechisches Wort für Faser oder Sehne zurück, und Scherer wählte ihn auch wegen des süßen Geschmacks.1
Myo-Inositol ist Teil von Phosphatidylinositol, einem Baustein der Zellmembranen. Frei oder in umgebauter Form ist es an zahlreichen Vorgängen in den Zellen beteiligt.2 Wie genau, ist trotz vieler Studien noch nicht umfassend verstanden.2
Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol: Was ist der Unterschied?
Beide Formen kommen im Körper vor, und Organe und Gewebe haben jeweils ein eigenes Verhältnis von Myo-Inositol zu D-Chiro-Inositol.1 Der Körper kann Myo-Inositol mithilfe bestimmter Enzyme in D-Chiro-Inositol umwandeln.1
Woher bekommt der Körper Inositol?
Ihr Körper stellt Myo-Inositol selbst her, und zwar aus Glucose-6-phosphat, einer Form von Traubenzucker in der Zelle. Nach Schätzungen sind das etwa 4 g am Tag, gebildet vor allem in den Nieren.1 Mit dem Essen kommt etwa 1 g am Tag dazu, vor allem aus Getreide, Hülsenfrüchten, Ölsaaten und Nüssen.1 Über spezielle Transporter gelangt Myo-Inositol in viele Gewebe, darunter Nieren, Gehirn, Leber und Muskeln.1
Eine ältere Untersuchung hat den Gehalt in 487 Lebensmitteln gemessen und am meisten Myo-Inositol in Obst, Bohnen, Getreide und Nüssen gefunden.3 Frisches Obst und Gemüse enthielt dabei mehr als tiefgekühlte oder konservierte Ware.3 Je nach Auswahl der Lebensmittel lieferten die daraus entwickelten Speisepläne zwischen 225 und 1500 mg Myo-Inositol am Tag, gerechnet auf 1800 Kilokalorien.3
Myo-Inositol bildet der Körper nach Schätzungen täglich selbst.1
Myo-Inositol kommt täglich mit dem Essen dazu.1
Myo-Inositol einnehmen: Was haben Studien gemessen?
Für Inositol gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, deshalb beschreiben wir hier keine Wirkung. Viele klinische Studien arbeiteten mit sehr hohen Mengen, weit über dem, was die Ernährung liefert.2 Wie Sie solche Studien einordnen, erklärt unser Beitrag Studienlage verstehen.
Zur Verträglichkeit gibt es eine Übersichtsarbeit: Leichte Magen-Darm-Beschwerden traten erst bei der höchsten untersuchten Menge von 12 g am Tag auf.4 Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten.
Was ist liposomales Inositol?
Inositol ist wasserlöslich. In Liposomen, winzigen Bläschen aus Phospholipiden, finden wasserlösliche Stoffe im wässrigen Inneren Platz. Studien am Menschen, die liposomales mit herkömmlichem Inositol vergleichen, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Wie Liposomen aufgebaut sind, lesen Sie in unserem Beitrag Was sind Liposomen?
Manche Präparate kombinieren Inositol mit Folat. Anders als für Inositol gibt es für Folat zugelassene Aussagen, zum Beispiel „Folat hat eine Funktion bei der Zellteilung“ und „Folat trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“.5 Bei Melinava gibt es liposomales Inositol mit 5-MTHF, einer Form von Folat. Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen.
Häufige Fragen
Was ist die Wirkung von Inositol?
Wirkaussagen sind für Inositol in der EU nicht zugelassen. Bekannt ist, dass der Körper Myo-Inositol selbst bildet und unter anderem in seine Zellmembranen einbaut.1,2
Ist Inositol ein Vitamin?
Nicht im strengen Sinn. Fachleute zählen Inositol, ebenso wie Cholin, zu den vitaminähnlichen Stoffen, die einige, aber nicht alle Merkmale eines Vitamins erfüllen.6
Myo-Inositol einnehmen: Wie viel ist zu viel?
In Studien traten leichte Magen-Darm-Beschwerden erst bei 12 g am Tag auf.4 Halten Sie sich an die Angaben auf der Packung, und überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht.
Cholin und Inositol: Wann einnehmen?
Cholin und Inositol sind zwei verschiedene vitaminähnliche Stoffe6, die manchmal gemeinsam angeboten werden. Einen in Studien festgelegten Zeitpunkt für Inositol kennen wir nicht. Allgemeine Tipps zur Einnahme finden Sie in unserem Beitrag Nahrungsergänzung richtig einnehmen.
Liposomales Inositol + 5-MTHF
In europäischer Pharmaqualität hergestellt.
Quellen
- Dinicola S, Unfer V, Facchinetti F, et al. (2021). Inositols: From Established Knowledge to Novel Approaches. International Journal of Molecular Sciences 22(19):10575. DOI
- Bizzarri M, Fuso A, Dinicola S, Cucina A, Bevilacqua A (2016). Pharmacodynamics and pharmacokinetics of inositol(s) in health and disease. Expert Opinion on Drug Metabolism & Toxicology 12(10):1181-1196. DOI
- Clements RS Jr, Darnell B (1980). Myo-inositol content of common foods: development of a high-myo-inositol diet. The American Journal of Clinical Nutrition 33(9):1954-1967. DOI
- Carlomagno G, Unfer V (2011). Inositol safety: clinical evidences. European Review for Medical and Pharmacological Sciences 15(8):931-936. PubMed
- Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Link
- Kalra S, Sidana S, Verma M, Kapoor N (2026). The Neovitamins: Metavitamins and Vitaminoids. Journal of the Pakistan Medical Association 76(8):1369-1370. DOI
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.



