Beschwerden

Ständige Müdigkeit: Ursachen und welche Nährstoffe eine Rolle spielen

Müde trotz Schlaf, und das seit Wochen? Wir erklären, woher ständige Müdigkeit kommen kann, was die Hausarztpraxis prüft und welche Rolle Eisen, Vitamin B12, Magnesium und Vitamin D spielen.

7 Min. Lesezeit7 Quellen
Illustration zu ständiger Müdigkeit: Frau am Tisch, den Kopf in die Hand gestützt, darüber ein fast leerer Akku
In diesem Artikel
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ursachen für Müdigkeit: Was steckt dahinter?
  3. Ständige Müdigkeit trotz viel Schlaf: Woran kann das liegen?
  4. Wann sollten Sie Blutwerte prüfen lassen?
  5. Welche Nährstoffe spielen bei Müdigkeit eine Rolle?
  6. Was hilft gegen Müdigkeit im Alltag?
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ständige Müdigkeit hat am häufigsten mit Lebensweise, Belastungen und Schlaf zu tun. Auch Depressionen, Atemaussetzer im Schlaf, Infekte und Medikamente kommen infrage.1,2
  • Hält die Müdigkeit länger als vier Wochen an, lohnt ein Termin in der Hausarztpraxis. Dort werden einige Blutwerte geprüft.2
  • Eisen, Magnesium, Vitamin B12 und Vitamin C tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.3 Eine Ergänzung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Versorgung knapp ist.
  • Für Vitamin D gibt es keine zugelassene Aussage zur Müdigkeit, die Studien dazu sind uneinheitlich.

Fast jeder kennt Phasen, in denen der Akku leer ist. In einer Befragung hierzulande gaben 31 Prozent der Menschen über 16 Jahren an, manchmal oder häufig unter Ermüdungserscheinungen zu leiden.2 Frauen sind häufiger betroffen als Männer.2 Wird daraus ständige Müdigkeit, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Ursachen für Müdigkeit: Was steckt dahinter?

Die häufigsten Gründe für länger anhaltende Müdigkeit liegen nach Erfahrung von Hausärzten in der Lebensweise und im seelischen Erleben.1 Dazu gehören Sorgen im Beruf oder in der Familie, zu wenig Bewegung und gestörter Schlaf.1 Wer sich wenig bewegt, gerät leicht in einen Kreislauf: Die Kraft nimmt ab, Aktivitäten werden mühsamer, und die Müdigkeit wächst.1

Auch Depressionen und Angststörungen gehen oft mit Müdigkeit einher.2 Hinzu kommen nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe), Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkohol und die Nachwirkungen von Infekten.2 Eine Blutarmut fand sich in einer Übersicht nur bei etwa 3 Prozent der Menschen, die wegen Müdigkeit in die Praxis kamen.2

Manche Medikamente machen müde, etwa bestimmte Mittel gegen hohen Blutdruck oder gegen Allergien.1 Nennen Sie in der Praxis deshalb alle Mittel, die Sie nehmen, auch selbst gekaufte. Setzen Sie aber kein Medikament ohne ärztliche Rücksprache ab.1

Ständige Müdigkeit trotz viel Schlaf: Woran kann das liegen?

Lange im Bett zu liegen heißt nicht, gut zu schlafen. Gestörter Schlaf kann Ursache und Begleiterscheinung der Müdigkeit sein, dazu zählen auch Atmungsstörungen im Schlaf.1 Alkohol am Abend und Schlafmittel können den Schlaf weniger erholsam machen.1 Lautes Schnarchen, Atempausen im Schlaf oder ungewolltes Einschlafen am Tag sprechen Sie deshalb in der Praxis an.2

Wann sollten Sie Blutwerte prüfen lassen?

Hält die Müdigkeit länger als vier Wochen an und ist keine Ursache bekannt, hält die Leitlinie für Hausärzte einige Laborwerte für sinnvoll.2 Dazu gehören Blutzucker, Blutbild, ein Entzündungswert, Leberwerte und der Schilddrüsenwert TSH.2 Bei Frauen im gebärfähigen Alter kann zusätzlich das Ferritin bestimmt werden, das Speichereiweiß für Eisen.2 Weitere Tests folgen, wenn Gespräch oder Untersuchung Hinweise darauf geben.2

Vitamin B12 und Vitamin D gehören nicht zu dieser Grundliste.2 Ob ein Test sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab. Ein höheres Risiko für einen B12-Mangel haben zum Beispiel ältere Menschen und Vegetarier.4 Den Vitamin-D-Wert zu messen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bei begründetem Verdacht auf einen Mangel oder bei Risikogruppen.5

Welche Nährstoffe spielen bei Müdigkeit eine Rolle?

Für einige Nährstoffe hat die EU eine Aussage zur Müdigkeit zugelassen. Eisen, Magnesium, Vitamin B12 und Vitamin C tragen zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei, ebenso Folat, Niacin, Pantothensäure, Riboflavin und Vitamin B6.3 Eine Ergänzung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Versorgung tatsächlich knapp ist. Das klären Sie am sichersten im Gespräch mit Ihrer Hausarztpraxis.

Eisen

In einer Studie mit 198 müden Frauen zwischen 18 und 53 Jahren, die noch ihre Periode hatten, lag das Ferritin unter 50 µg/l, eine Blutarmut bestand nicht.6 Mit 80 mg Eisen täglich sank ihr Müdigkeitswert in zwölf Wochen um 48 Prozent, mit Placebo um 29 Prozent.6 Die Leitlinie für Hausärzte ist zurückhaltender: Einen klaren Nutzen sieht sie vor allem bei deutlich leeren Eisenspeichern.2

Nehmen Sie Eisen deshalb erst, wenn ein Bluttest einen Bedarf gezeigt hat. Dann kann zum Beispiel unser Liposomaler Eisen-Komplex die Versorgung ergänzen. Wann Sie Eisen am günstigsten einnehmen, erklärt der Beitrag Eisen einnehmen: Morgens, abends oder zur Mahlzeit?

Vitamin B12

Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.3 Ein Mangel kann sich über Jahre entwickeln, Müdigkeit ist eines der möglichen Anzeichen.4 Häufiger betroffen sind ältere Menschen, Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen und Vegetarier.4 Wenn Sie Ihre Versorgung ergänzen möchten, eignet sich unser Liposomales Vitamin B12.

Magnesium

Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung, zu einem normalen Energiestoffwechsel und zu einer normalen Muskelfunktion bei.3 Als Ergänzung eignet sich zum Beispiel unser Liposomales Magnesium in Kapseln. Wie sich die verschiedenen Magnesiumformen unterscheiden, lesen Sie im Beitrag Magnesiumformen im Vergleich.

Vitamin D

Für Vitamin D gibt es keine zugelassene Aussage zur Müdigkeit. Zugelassen ist unter anderem: Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.3 Fast 60 Prozent der Menschen hierzulande erreichen den wünschenswerten Blutwert von 50 nmol/l nicht.5 Im Alter bildet die Haut deutlich weniger Vitamin D als in jüngeren Jahren.5

Zur Müdigkeit sind die Studien uneinheitlich. In einer Studie mit 120 müden Erwachsenen mit niedrigem Vitamin-D-Wert sank der Müdigkeitswert vier Wochen nach einer einzigen hohen Dosis stärker als mit Placebo.7 Die Teilnehmer waren aber im Mittel erst 29 Jahre alt. Die Leitlinie für Hausärzte sieht keinen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin D und vermehrter Müdigkeit.2

Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht. Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vor jeder Nahrungsergänzung ärztlich beraten.

Was hilft gegen Müdigkeit im Alltag?

Die Leitlinie setzt auf ein schrittweises Vorgehen, das sich an Ihrer aktuellen Belastbarkeit orientiert.1 Bewährt hat sich eine angepasste körperliche Aktivität, bei verschiedenen Ursachen auch eine Verhaltenstherapie.1 Ziel ist ein besseres Gleichgewicht von Leistung und Entspannung.1 Erfolge stellen sich meist nicht von heute auf morgen ein.1

Eine wichtige Ausnahme: Verschlechtert sich Ihr Zustand nach körperlicher oder geistiger Anstrengung für längere Zeit, kann eine eigene Erkrankung dahinterstecken (ME/CFS).1 Dann ist mehr Training nicht sinnvoll und kann schaden. Sprechen Sie das ärztlich an, bevor Sie Ihre Aktivität steigern.1

Häufige Fragen

Was hilft gegen Müdigkeit?

Zuerst die Ursache: Schlaf, Belastungen, Bewegung und Medikamente gehören auf den Prüfstand.1 Eine schrittweise gesteigerte Aktivität gehört zu den Empfehlungen der Leitlinie.1 Wenn ein Bluttest einen Mangel zeigt, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.

Ab wann ist ständige Müdigkeit ein Fall für den Arzt?

Wenn die Müdigkeit Sie stark belastet, länger als vier Wochen anhält oder Sie keine Erklärung dafür finden.1,2 Bringen Sie eine Liste aller Mittel mit, die Sie einnehmen.1

Was sind Symptome eines Vitamin-D-Mangels?

Bei Erwachsenen kann ein Mangel den Knochenstoffwechsel stören und die Knochen weich werden lassen (Osteomalazie).5 Im höheren Alter kann er zur Entstehung von Osteoporose beitragen.5 Ob ein Mangel vorliegt, zeigt der Blutwert 25-Hydroxyvitamin-D.5 Wie Sie Vitamin D richtig einnehmen, lesen Sie im Beitrag Vitamin D3 und K2: Wann und wie Sie es einnehmen.

Passend zum Artikel

Liposomales Vitamin B12

In europäischer Pharmaqualität hergestellt.

CHF 32.00 Zum Produkt

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (2022). Müdigkeit. Patienteninformation zur S3-Leitlinie (AWMF-Register-Nr. 053-002). Link
  2. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (2022). S3-Leitlinie Müdigkeit, Langfassung (AWMF-Register-Nr. 053-002). Link
  3. Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel (konsolidierte Fassung vom 17.05.2021). Link
  4. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements (2025). Vitamin B12: Fact Sheet for Health Professionals. Link
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2025). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. Link
  6. Vaucher P, Druais PL, Waldvogel S, Favrat B (2012). Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin: a randomized controlled trial. Canadian Medical Association Journal 184(11):1247-1254. DOI
  7. Nowak A, Boesch L, Andres E, et al. (2016). Effect of vitamin D3 on self-perceived fatigue: A double-blind randomized placebo-controlled trial. Medicine 95(52):e5353. DOI

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Geschrieben von
Melinava Redaktion
Unsere Redaktion schreibt über Liposomen, Nährstoffe und Studien.

Liposomal entwickelt. Damit Nährstoffe ankommen.

Mehr als 60 Produkte als Tropfen, Kapseln und Pulver.

Alle Produkte ansehen