In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze
- „Wird am besten aufgenommen“ ist ein Vergleich. Er ist nur so belastbar wie die Studie dahinter: Was wurde gemessen, womit verglichen und bei welcher Menge?
- Für liposomales Vitamin C gibt es solche Vergleiche: In den meisten Studien lagen die Werte im Blut höher als mit herkömmlichem Vitamin C.
- Mehr Menge heißt nicht im gleichen Maß mehr Aufnahme: Bei Vitamin C und Vitamin B12 sinkt der aufgenommene Anteil, wenn die Einzeldosis steigt.
- Unser Urteil: Als pauschales Versprechen lässt sich der Satz nicht prüfen. Für einzelne Nährstoffe und Formen gibt es aber gute Messwerte.
Was das Versprechen eigentlich behauptet
Ob Vitamin C, Vitamin B12 oder Glutathion: Viele Menschen suchen nach der Form, die am besten aufgenommen wird, und viele Packungen versprechen genau das. Der Satz klingt nach einer Messung, ist aber ein Vergleich. „Am besten“ im Vergleich zu welcher Form, bei welcher Menge und gemessen woran?
Fachleute sprechen von Bioverfügbarkeit: Gemeint ist der Anteil eines Nährstoffs, der nach der Einnahme im Blut ankommt und dem Körper zur Verfügung steht. Warum die Menge auf dem Etikett darüber wenig verrät, erklärt unser Artikel Bioverfügbarkeit: Warum die Dosis allein nicht reicht.
Wie misst man, was aufgenommen wird?
In einer typischen Studie nehmen gesunde Erwachsene eine einzelne Dosis ein, danach wird über Stunden immer wieder Blut abgenommen. In einer Studie zu Vitamin C geschah das zu elf Zeitpunkten zwischen der Einnahme und 24 Stunden danach.1 Aus den Werten ergeben sich zwei Kennzahlen: der Spitzenwert und die Fläche unter der Kurve, die die Menge im Blut über die ganze Zeit abbildet.
Aussagekräftig wird das erst im direkten Vergleich. Gute Studien geben dieselbe Menge in zwei Formen an dieselben Menschen, nacheinander und ohne dass die Teilnehmer wissen, was sie gerade bekommen. Weil Menge und Menschen gleich bleiben, zeigt eine solche Crossover-Studie, ob die Form einen Unterschied macht.1
Beispiel Vitamin C: Hier gibt es echte Vergleiche
Eine Übersichtsarbeit fand zehn Studien am Menschen, die liposomales mit herkömmlichem Vitamin C verglichen. In neun davon war die Bioverfügbarkeit der liposomalen Form höher: Der Spitzenwert lag 1,2- bis 5,4-mal so hoch, die Fläche unter der Kurve 1,3- bis 7,2-mal so hoch.2 Die Studien nutzten allerdings sehr unterschiedliche Rezepturen und Mengen.2
In der Studie mit den elf Messzeitpunkten nahmen 27 gesunde Erwachsene je 500 mg Vitamin C ein. Mit der liposomalen Form lag der Spitzenwert im Blutplasma um 27 % höher, über 24 Stunden gerechnet um 21 %.1 Wie sich liposomales, gepuffertes und reines Vitamin C unterscheiden, lesen Sie in Vitamin C: Liposomal, gepuffert oder Ascorbinsäure?
Mehr Menge, mehr Aufnahme?
Nicht unbedingt. In einer Studie mit sieben gesunden Freiwilligen nahm der Körper eine Einzeldosis von 200 mg Vitamin C vollständig auf. Ab Einzeldosen von 500 mg sank der aufgenommene Anteil, und der Körper schied das Aufgenommene über den Urin aus.3
Bei Vitamin B12 ist es ähnlich: Kleine Mengen nimmt der Darm über einen eigenen Transportweg auf, große Mengen gelangen nur zu einem kleinen Teil über einfache Diffusion ins Blut.4 In einem Rechenmodell lag der aufgenommene Anteil bei 1 µg bei 83 %, bei 1000 µg bei 1 %.4 Der Anteil sinkt also, die aufgenommene Menge steigt aber weiter, denn 1 % von 1000 µg ist mehr als 83 % von 1 µg. Was im Blut ankommt, verrät die Zahl auf dem Etikett deshalb allein nicht.
Vitamin C als Einzeldosis wurden in einer kleinen Studie vollständig aufgenommen.3
Vergleichsstudien maßen mit liposomalem Vitamin C eine höhere Bioverfügbarkeit.2
Woran Sie belastbare Angaben erkennen
Wenn ein Präparat verspricht, am besten aufgenommen zu werden, helfen vier Fragen:
- Gibt es eine Studie am Menschen oder nur Versuche im Labor?
- Wurde mit einer anderen Form in gleicher Menge verglichen?
- Wie viele Teilnehmer gab es, und wie lange wurde gemessen?
- Wer hat die Studie bezahlt?
Wie Sie Studien zu Nahrungsergänzung einordnen, zeigt unser Artikel Studienlage verstehen.
Unser Urteil: lässt sich so nicht sagen
Als allgemeiner Satz ohne Studie lässt sich „wird am besten aufgenommen“ nicht prüfen. Für einzelne Nährstoffe und Formen gibt es aber belastbare Vergleiche, etwa für liposomales Vitamin C.2 Fragen Sie deshalb nicht nur, ob etwas gut aufgenommen wird, sondern auch, im Vergleich wozu.
Bei Melinava gibt es Liposomales Vitamin C in Kapseln. Die Vergleichsstudien zu liposomalem Vitamin C wurden mit Rezepturen anderer Hersteller durchgeführt. Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen.
Häufige Fragen
Welches Vitamin C wird am besten aufgenommen?
In neun von zehn Vergleichsstudien lag die Bioverfügbarkeit mit liposomalem Vitamin C höher als mit herkömmlichem.2 Daneben zählt die Menge pro Einnahme: Eine Einzeldosis von 200 mg wurde in einer kleinen Studie vollständig aufgenommen.3 Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht.
Welches Vitamin B12 wird am besten aufgenommen?
Bei Vitamin B12 hängt der Anteil, der im Blut ankommt, stark von der Menge pro Einnahme ab. Kleine Mengen nimmt der Darm über einen eigenen Transportweg auf, bei großen Mengen kommt zusätzlich einfache Diffusion hinzu.4 Welche Formen es gibt, lesen Sie in Welches Vitamin B12? Bei Melinava gibt es Liposomales Vitamin B12.
Welches Glutathion wird am besten aufgenommen?
Studien, die liposomales Glutathion direkt mit anderen Formen am Menschen vergleichen, haben wir nicht gefunden. In einer kleinen Studie mit 12 gesunden Erwachsenen stieg der Glutathionwert im Vollblut mit einer liposomalen Form nach zwei Wochen um bis zu 40 %; ein Hersteller hatte die Studie finanziert.5 Mehr dazu in Glutathion: Liposomal, reduziert oder S-Acetyl?
Liposomales Vitamin C (Kapseln)
In europäischer Pharmaqualität hergestellt.
Quellen
- Purpura M, Jäger R, Godavarthi A, Bhaskarachar D, Tinsley GM (2024). Liposomal delivery enhances absorption of vitamin C into plasma and leukocytes: a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. European Journal of Nutrition 63(8):3037-3046. DOI
- Carr AC (2025). Do Liposomal Vitamin C Formulations Have Improved Bioavailability? A Scoping Review Identifying Future Research Directions. Basic & Clinical Pharmacology & Toxicology 137(1):e70067. DOI
- Levine M, Conry-Cantilena C, Wang Y, et al. (1996). Vitamin C pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. Proceedings of the National Academy of Sciences 93(8):3704-3709. DOI
- Zhang M, Almond LM, Jones HM (2025). Physiologically Based Pharmacokinetic Modeling of Vitamin B-12 Incorporating Mechanistic Absorption: An Example Application for Intake Estimation During Pregnancy. The Journal of Nutrition 155(10):3220-3228. DOI
- Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, et al. (2018). Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. European Journal of Clinical Nutrition 72(1):105-111. DOI
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.



