In diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze
- Eisen als Tropfen oder Kapseln: Wichtiger als die Darreichung ist, welche Eisenverbindung darin steckt und wie Sie sie vertragen.
- Eisensulfat, das klassische Eisensalz, führte in Studien deutlich häufiger zu Magen-Darm-Beschwerden als ein Placebo.1
- Bei liposomalem Eisen ist das Eisen in Liposomen eingeschlossen. In einer Studie mit 25 gesunden Erwachsenen stieg der Eisenwert im Blut damit stärker als mit einem gleich dosierten herkömmlichen Präparat.2
- Bevor Sie Eisen einnehmen, lassen Sie Ihre Eisenwerte ärztlich abklären.
Wofür braucht der Körper Eisen?
Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei. Es trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung.3 Diese zugelassenen Aussagen gelten für Eisen an sich, egal in welcher Form.
Eine Besonderheit: Der Körper hat keinen eigenen Weg, um überschüssiges Eisen auszuscheiden. Er steuert seinen Eisenhaushalt allein über die Aufnahme im Darm.4 Wenn Sie einen Mangel vermuten, lassen Sie Ihre Eisenwerte deshalb ärztlich abklären, bevor Sie Eisen einnehmen.
Welche Eisenformen gibt es?
Für Nahrungsergänzungsmittel sind in der EU viele Eisenverbindungen zugelassen, darunter Eisensulfat, Eisengluconat, Eisenfumarat, Eisenbisglycinat und Eisendiphosphat.5 Am häufigsten verordnet wird Eisensulfat, ein einfaches Eisensalz.6 Daneben gibt es Formen, bei denen das Eisen umhüllt ist, zum Beispiel sucrosomiales Eisen6 und liposomales Eisen.2
Bei Tropfen und Kapseln geht es dagegen um die Darreichung. In beiden kann eine ganz unterschiedliche Eisenverbindung stecken. Die Zutatenliste verrät deshalb mehr als die Frage, ob Tropfen oder Kapsel.
Wie gut werden Eisentabletten vertragen?
Eine Auswertung von 43 Studien mit 6831 Erwachsenen hat untersucht, wie gut Eisensulfat vertragen wird. In den 20 Studien mit Placebogruppe führte Eisensulfat deutlich häufiger zu Magen-Darm-Beschwerden.1 Einen Zusammenhang mit der Höhe der Dosis fanden die Forscher nicht.1
Einer weiteren Übersichtsarbeit zufolge klagen bis zu 50 % der Menschen, die Eisensalze einnehmen, über Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Manche nehmen ihr Präparat deshalb nicht mehr regelmäßig ein.7 Hier setzen neuere Formen an, die das Eisen umhüllen.
Was ist liposomales Eisen?
Bei liposomalem Eisen ist die Eisenverbindung in Liposomen eingeschlossen, winzigen Bläschen aus Phospholipiden. Solche Hüllen können ihren Inhalt auf dem Weg durch den Verdauungstrakt schützen.8 Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Liposomales Eisen: Was steckt hinter dieser Form?
In einer Studie erhielten 25 gesunde Erwachsene einmal ein liposomales und einmal ein gleich dosiertes herkömmliches Präparat mit Vitaminen und Mineralstoffen, jeweils mit rund 10 mg Eisen. Vier Stunden später lag der Eisenwert im Blut mit der liposomalen Form 14 % über dem Ausgangswert, mit dem herkömmlichen Präparat 6 % darunter.2 Über sechs Stunden gerechnet war der Anstieg mit der liposomalen Form im Mittel um 50 % größer.2
Die Studie war klein, untersuchte eine einzelne Einnahme und wurde von einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln finanziert.2 Sie zeigt, wie viel Eisen in den Stunden nach der Einnahme im Blut ankommt.
Liposomal oder sucrosomial: Was ist der Unterschied?
Beide Ansätze umhüllen das Eisen. Bei sucrosomialem Eisen steckt Eisendiphosphat in einer Doppelschicht aus Phospholipiden und zusätzlich in einer Hülle aus Zuckerestern.7 Der Name ist eine Rohstoffmarke. „Liposomal“ beschreibt dagegen ein Prinzip und keinen bestimmten Rohstoff.
Die genannte Übersichtsarbeit zu sucrosomialem Eisen entstand unter Beteiligung von Mitarbeitern des Herstellers.7 Für beide Formen gilt: Achten Sie darauf, welche Eisenverbindung im Inneren steckt.
Tropfen oder Kapseln: Was spricht wofür?
Ob Tropfen oder Kapseln, ist vor allem eine Frage des Alltags:
- Kapseln sind geschmacksneutral, genau dosiert und gut für unterwegs. Auch liposomales Eisen gibt es als Kapsel.
- Tropfen und Säfte lassen sich fein dosieren und eignen sich, wenn Ihnen das Schlucken von Kapseln schwerfällt.
Für die Aufnahme zählt auch, was Sie dazu essen und trinken. Bestimmte Stoffe in Lebensmitteln beeinflussen die Eisenaufnahme, zum Beispiel Phytat, Polyphenole und Calcium.4 Einen noch größeren Einfluss als die Ernährung hat allerdings Ihr eigener Eisenstatus.4 Was das für Kaffee und Tee bedeutet, lesen Sie im Beitrag Kaffee und Nahrungsergänzung.
Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.3 Warum die beiden oft zusammen eingenommen werden, erklärt der Beitrag Vitamin C und Eisen zusammen einnehmen. Zur Tageszeit finden Sie mehr im Beitrag Eisen einnehmen: Morgens, abends oder zur Mahlzeit?
Wenn Sie Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vorher ärztlich beraten. Überschreiten Sie die empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht.
Wenn Sie sich für die liposomale Form entscheiden, finden Sie bei Melinava den Liposomalen Eisen-Komplex. Für unsere liposomalen Produkte verwenden wir Phospholipide aus europäischen Sonnenblumen.
Häufige Fragen
Eisen: Tropfen oder Kapseln, was ist besser?
Keine der beiden Darreichungen ist grundsätzlich besser. Kapseln sind geschmacksneutral und einfach mitzunehmen, Tropfen lassen sich fein dosieren. Wichtiger ist, welche Eisenverbindung darin steckt und wie Sie sie vertragen.
Was ist der Unterschied zwischen liposomalem und sucrosomialem Eisen?
Beide umhüllen das Eisen mit Phospholipiden. Beim sucrosomialen Eisen kommt eine Hülle aus Zuckerestern hinzu.7
Gibt es liposomales Eisen auch als Kapseln?
Ja. Liposomales Eisen gibt es als Kapsel und in flüssiger Form. Die Liposomen beschreiben die Umhüllung, die Kapsel ist nur die Darreichung.
Kann ich Eisen einfach vorsorglich einnehmen?
Lassen Sie Ihre Eisenwerte vorher ärztlich abklären. Der Körper hat keinen eigenen Weg, um überschüssiges Eisen auszuscheiden.4
Liposomaler Eisen-Komplex
In europäischer Pharmaqualität hergestellt.
Quellen
- Tolkien Z, Stecher L, Mander AP, Pereira DI, Powell JJ (2015). Ferrous sulfate supplementation causes significant gastrointestinal side-effects in adults: a systematic review and meta-analysis. PLoS One 10(2):e0117383. DOI
- Tinsley GM, Harty PS, Stratton MT, Siedler MR, Rodriguez C (2022). Liposomal Mineral Absorption: A Randomized Crossover Trial. Nutrients 14(16):3321. DOI
- Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung vom 20.08.2025. Link
- Hurrell R, Egli I (2010). Iron bioavailability and dietary reference values. The American Journal of Clinical Nutrition 91(5):1461S-1467S. DOI
- Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union (2002). Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel, Anhang II, konsolidierte Fassung vom 26.11.2025. Link
- Pantopoulos K (2024). Oral iron supplementation: new formulations, old questions. Haematologica 109(9):2790-2801. DOI
- Gómez-Ramírez S, Brilli E, Tarantino G, Muñoz M (2018). Sucrosomial® Iron: A New Generation Iron for Improving Oral Supplementation. Pharmaceuticals 11(4):97. DOI
- Daeihamed M, Dadashzadeh S, Haeri A, Akhlaghi MF (2017). Potential of Liposomes for Enhancement of Oral Drug Absorption. Current Drug Delivery 14(2):289-303. DOI
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.



